Planung einer Trainingseinheit Aufwärmen, Grundübung, Grundspiel und Zielspiel

Heute erfährst du wie ich mein Handballtraining systematisch aufbaue. Wenn du Dinge übernimmst, freut mich das natürlich, solltest du Dinge anders sehen oder umsetzen, freue ich mich über dein Feedback. Es gibt natürlich auch die Ideen vom DHB und die Umsetzbarkeit im Breitensport. Wie auch immer, legen wir los:

Phase 1: Begrüßung

Handball ist ein Teamsport, der die Spieler zum einen auf das spätere Leben vorbereitet, zum anderen auch Werte wie Zusammenhalt, Teamwork und vor allem Spaß an der Bewegung vermittelt. Dazu gehört zunächst, dass alle Spieler pünktlich zum Training erscheinen, damit das Handballtraining pünktlich beginnen kann. Sollte in deinem Team die nötige Disziplin fehlen, kannst du dir den Handball-Strafenkatalog herunterladen.

Die Begrüßung zum Training findet bei mir durch eine kurze Kontaktaufnahme per Handschlag und Blickkontakt statt. So erhalte ich als Trainer bereits ein Gefühl, wie die Spieler heute drauf sind. Bei Jugendlichen kann das je nach Alter durchaus wichtig sein – Schulstress, Probleme, gebrochene Herzen oder auch top motivierte Gesichter sprechen Bände.

Anschließend findet eine kurze Ansprache zu den Trainingsinhalten oder Teambesprechung zum vergangenen Spieltag statt. Wichtig ist mir bei letzteren die Reflexion der Spieler selbst – was war gut, was war schlecht, etc.

Phase 2: Aufwärmen

Herrenhandball außen vor: Da sich Handballer besonders in jungen Jahren schnell weiterentwickeln, verzichte ich grundsätzlich auf Fußball zum Aufwärmen. Der Grund ist, dass ich bei einer 90-minütigen Trainingseinheit ungern 20 Minuten Fußball spielen lasse, wenn ich andere Themen für den Handball auf der To do Liste stehen habe.

Achtung: Die Spielfähigkeit / Differenzierungsfähigkeit verbesserst du als Trainer auch mit verschiedenen Ballsportarten . Bedeutet: Varianten von Basketball, Fußball, Volleyball, Fußballtennis, etc. sind alles legitime Mittel zur spielerischen Schulung des Ballgefühls, sofern rotiert wird.

Ziel ist es die Spieler auf die handballspezifischen Bewegungen vorzubereiten. Das kann durch Stabilisationsübungen, kleine Wettkämpfe oder kleine Aufwärmspiele erfolgen. Ich kombiniere in der Regel verschiedene Elemente. Das bedeutet ganz konkret: Die Spieler haben in der Wartezeit zum Beispiel im Liegestütz zu warten, während die Hauptaufgabe koordinative Aspekte beinhalten kann.

Phase 3: Grundübung

Grundübungen dienen zum Erwerb von Grundtechniken, Basiselementen beim Handball und der Schulung von bestimmten Handlungsfolgen. Je jünger die Spieler sind, desto wichtiger ist aus meiner Sicht innerhalb dieser Phase der Technikerwerb (Wackler, 1:1, Stellungsspiel, etc.).

Was ist der Unterschied zwischen einer Grundübung und einem Grundspiel?

Grundübungen schulen spielnah technisch-taktische Schwerpunkte und die Handlungsmöglichkeiten sind zugunsten einer hohen Wiederholungszahl begrenzt.Grundspiele sind freie, kreative Spiele mit Raumvorgaben, taktischen Vorgaben und reduzierter Spielerzahl. Sie dienen der Vermittlung taktischer Grundprinzipien. Der Bewegungsablauf von Grundübungen ist vorgegeben , bei Grundspielen nicht.

Phase 4: Grundspiel

Das Grundspiel baut auf der Grundübung auf. In dieser Phase ist dürfen die Spieler selbstständig entscheiden, wie sie reagieren und die vorherige Übung unter neuen Druckbedingungen, zum Beispiel einer aktiven Abwehr, üben.

Phase 5: Zielspiel (frei oder gesteuert)

Der Trainer kann in der Zielspielphase entscheiden, ob die bisherigen Inhalte nochmal in den Vordergrund gerückt werden sollen. Ist beispielsweise gewünscht, dass die Spieler schnell umschalten, belohne ich Tempogegenstöße beim Zielspiel 6:6 mit einem zusätzlichen Angriff. Die Spieler sind somit motiviert, den Tempogegenstoß schnell und erfolgreich abzuschließen.

Viele Trainer passen die Inhalte der Trainingseinheiten auch an den Gegner an. Wie planst du dein Handballtraining?