Beim Velux EHF Final 4 kam dieses Jahr (2018) de neue iBall von Select zum Einsatz. Naja, von Select ist nicht ganz richtig – Select produziert den Ball, verbaut aber die Technologie von Kinexon. Die Kinexon-Technologie ermöglicht es die Ballgeschwindigkeit, Wurfbilder, Wurfpositionen und Ballpositionen zu ermitteln. Wie das ganze funktioniert und strukturiert ist, könnt ihr hier sehen.

Select und Kinexon haben eine super Kooperation am Start.

Trackingdaten wie Geschwindigkeit, Wurfpositionen und Laufwege werden auch beim Handball ohne Videoanalyse möglich, wenn Kinexion nicht nur den Handball, sondern auch die Spieler untereinander vernetzt. Was beim Fußball bereits Usus ist, könnte auch beim Handball bald eingeführt werden. Das macht es für Trainer nicht unbedingt einfacher – es wird wichtiger werden, dass Handballtrainer die richtigen und relevanten Daten erkennen und analysieren.

Kinexon ist in der Lage Formationen automatisch zu erkennen und Laufbewegungen mit Video-Bildern im Splitscreen zu kombinieren. Das ist gerade für Feedbackgespräche mit Spielern sehr hilfreich, außerdem finde ich es immer einfacher an Fakten zu belegen.

Die Zuschauer merken die neue Technologie am TV-Bildschirm eher an Echtzeitanalysen und Echtzeitdaten – ich hab hier einige über das EHF Final 4 gefunden die interessant sind:

  • Nikola Karabatic (Paris) hat das schnellste Tor geworfen (136 km/h) und generell den schnellsten Wurf (139 km/h), während Michael Guigou (Montpellier) den langsamsten Wurf bei einen Heber vom 7m Punkt hinbekommen hat (27km/h)
  • Das weiteste Tor: Michael Guigou (Montpellier) hat im Halbfinale aus stolzen 19.5 metern getroffen. Balaguer Romeu (Nantes) hat im Finale aus nur 4.6 Metern den Torwart übertroffen.
  • MVP Diego Simonet hat keine „Lieblingsecke“: Er wirft genau im Verhältnis von 50:50 entweder links oder rechts.
  • HBC Nantes  hatte zwar stärkere Würfe als Montpellier HB (100 kmh zu 95 kmh), unterlag aber im Finale.
  • Durchschnittlich haben alle Teams beim Final 4 durchschnittlich mit  96.18 km/h auf das Tor geworfen.
  • Der Abschluss erfolgt durchschnittlich von  7.69 m

Ich denke Trainerstatistiken sind noch viel interessanter – welcher Spieler wie viel und wie schnell gelaufen ist. Welche Laufwege zu Toren geführt haben,… das sind alles Zahlen und Fakten, die hoffentlich irgentwann auch im Breitensport zugänglich sind.

Fakt ist aber auch: Handball könnte für den normalen Zuschauer jetzt zugänglicher werden – Kommentatoren können Statistiken liefern und das Gesamtkonzept bei Live-Berichterstattungen wirkt ansprechender.

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